Schulterpolster

It’s not about you, it’s about the coat.
Julian Barnes, The Man in the Red Coat

50×50, Tag 11

50 Tage lang, vom 7. Dezember 2020 bis ich am 25. Januar 2021 Fünfzig werde, blogge ich täglich zu dem was war, was ist und was sein könnte. Jeden Tag komme ich der Gegenwart ein Jahr näher aus der Vergangenheit (beginnend mit 1971) und der Zukunft (von 2071 zurückzählend).

Was bisher geschah: Ich kränkelte und stieg mit Barbara Streisand in die Wanne.
(Vortag: Shrimps / Folgetag: Culture Club)

Die Russen kommen!

2020
Ob das mit dem Cyberkrieg zu tun hat, fragte ich mich, als ich heute versuchte zu posten:

Whoops! Der Kalte Krieg war mir ferner.

Eisbär

Ich möchte ein Eisbär sein im kalten Polar
dann müßte ich nicht mehr schreien
alles wär so klar.

Eisbären müssen nie weinen

1981
Als der Vater die Ehe auf Eis legte. Bilderbuch-Ehebetrug. Mit der Frau einer engbefreundeten Familie. Wie üblich kaum über den Tellerrand hinausgeschaut.
Es hieß, sie habe große Brüste.
Ob die Beiden schon vögelten, als die Familien zusammen in Follonica urlaubten, weiß er nicht mehr. In Erinnerung blieben nur die riesigen Kröten auf dem Weg ins Bungalow im Pinienhain.

In Erinnerung blieb auch ein Kinobesuch mit dem Vater in Bern. Aristocats. Vor dem Kino wartete überraschend Sie. Unter Fehleinschätzung, wem die Loyalität des Zehnjährigen gehörte, flüsterte der Vater ihm zu, er solle Mutter nichts davon erzählen.

Brühwarm.

Eines Tages klingelte es, der Vater öffnete und kriegte eine Faust in die Fresse.
„Du hesch mer mini Frou gschtole!“

Soviel zu patriarchaler Familienplanung.

Fred

An den Skeletten des Unterbewusstseins hängen nur noch Fetzen der Geschichten, im flackernden Taschenlampenlicht kaum entzifferbar für den Grabschänder.

Der Lichtkegel schwenkt in den Nachthimmel als ein Synthesizer-Geräusch den Besuch von Fred vom Jupiter ankündigt.

Er kam mit in die Stadt
Die Frauen waren platt
Ein Traum von einem Mann
Und jede wollte ihn.

Die Männer waren nervös
Und wurden furchtbar bös
Sie wurden nicht mehr angesehen.

Nicht die Schwulen, die Lesben, die * und : und X, lieber Andreas, liebe Marinas. Denen zwinkerte der goldhaarige Fred einladend zu. Sie betraten das Raumschiff gerade noch rechtzeitig, um nicht erschlagen zu werden von sich zerfleischenden Geschlechtern.

Maison Du Futur

Auf dem Achterdeck tanzen sie einen Libertango.
I’ve seen that face before“, sagt Max zu seinen Begleiter:innen in Richtung Eisbär.
„Sieht aus wie ein Art Groupie“, meint Mia:o.
„Hauptsache endlich wieder Nightclubbing“, freut sich Ben.
Auf der Bühne des Clubs auf dem Nanokreuzschiff Estrel zieht sich die Klonshow in die Länge. Endlich sagt der Roboderator den Hauptact an: „Ladies and Gentlemen. Miss Grace Jones.“
„Diese Schulterpolster!“, rufen Yoki, Wanda und Paul B. im Chor.

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